Skip to main content

Der Handel mit Indizes – Kapitel 2

In diesem Kapitel widmen wir unsere Aufmerksamkeit auf die Risiken und Chancen die sich beim Traden bieten. Dies ist sicher das wichtigste Kapitel bei der Trading Strategie. Denn dies ist die Basis der Trading Strategie und ganz entscheidend für unseren Erfolg beim Traden und diesen auch langfristig zu halten.

Tradingrisiko – Risikomanagement – Trade Größe

  1. Risiko und Chance pro Trade

Machen wir uns erst mal frei von der Entwicklung der Kurse an der Börse. Grundsätzlich gilt:

LONG Trades = Gewinne unbegrenztVerluste begrenzt
SHORT Trades = Verluste unbegrenztGewinne begrenzt

Warum ist das so?

Die Antwort liegt eigentlich auf der Hand. Die Skala ist nach oben unbegrenzt und nach unten ist immer bei 0,00 Schluss. Mit anderen Worten LONG Trades also Trades auf steigende Kurse können nach oben theoretisch ins unendliche steigen. SHORT Trades, Trades die auf fallende Kurse setzen können nur bis 0,00 Gewinne erzielen, aber falls der Kurs steigt unendlich Verluste erwirtschaften. Natürlich sagen sie jetzt so lange lässt man ja keinen Trade laufen, doch darum geht es im Moment nicht. Es geht darum, dass Sie verstehen wie die Risiken sind. Also merken wir uns: LONG Trades können unendlich Gewinne erwirtschaften und SHORTS tragen ein erhöhtes Risiko.

  1. Das größte Risiko sind wir immer selbst.

Warum ist das so?

Wir neigen dazu wenn wir unsicher sind sehr schnell das zu glauben was andere sagen. Mein größter Fehler und die meisten Verluste sind bei mir entstanden, weil ich das Gerede anderer geglaubt habe wie sich die Kurse entwickeln. Machen wir uns klar, dass mehr als 95% aller Trader Verluste einfahren. Das ist eine Tatsache. Damit dürfte uns klar sein, dass auch 95% aller Prognosen im Internet unfein ausgedrückt Bullshit sind. Mit klaren Worten also für die Tonne.

Was passiert also wenn wir den Worten anderer Glauben schenken?

Zu 95% werden wir Verlierer sein, weil auch 95% aller Worte und Prognosen die irgendwo geschrieben stehen falsch sind und nur die Meinung eines Verlierers ist.

Wollen wir das?

Ich glaube das kann ich definitiv mit NEIN beantworten. Wir wollen ganz klar zu den 5% Gewinnern gehören und genau das wollen wir auch erreichen. Das ist unser gemeinsames Ziel. Das Ziel der Trading Strategie.

Die Lösung um ein Gewinner zu werden.

Wir müssen uns eine Strategie erarbeiten und uns ganz exakt daran halten. Das klingt erst mal schwer, doch zu der Strategie kommen wir später. Erst mal sollten Sie wissen, dass eine eigene Strategie zu entwickeln gar nicht so schwer ist. Wir benötigen dafür etwas Übung und müssen uns selbst beobachten, um herauszufinden mit welchem Risiko wir uns noch wohlfühlen.

  1. Das zweitgrößte Risiko, die Tradegröße

Wir haben eine Formel zu der richtigen Wahl des eingesetzten Kapitals pro Trade.

Faustformel Tradegröße: Nicht mehr als 1€ pro 1.000€ Eigenkapital in einen Trade investieren.

Kleines Beispiel:

Sie haben eine Konto mit einem Kapital von 5.000€, dann machen Sie keinen Trade größer als 5€. Bei einem Kapital von 10.000€ keinen Trade größer als 10€.

Das ist einfach und jetzt denken Sie bestimmt: „Was nur so kleine Trades?“

Ja!!!

Nehmen Sie sich bitte die Excel Tabelle „Positionsgrößen Management – Trading Strategie einmal vor. Öffnen Sie diese und geben Sie unter dem Bereich „Daten“ die zu berechnenden Daten ein. Falls Sie die Tabelle zum ersten Mal öffnen, habe ich schon eine Voreinstellungen vorgenommen und Sie sehen in der Hauptansicht das bestehende Risiko eines Trades mit 1€ Größe und einem Verlust von 10% im Kurs des DAX.

  1. Das Risiko an dritter Stelle ist die Anzahl der Trades

Wir kennen jetzt die Formel für die Tradegröße, entscheidend ist jetzt noch die Anzahl der gesetzten Trades zum Eigenkapital.

Faustformel Tradeanzahl: Nicht mehr als 10 Trades pro 1.000€ Eigenkapital.

Betrachten wir dazu wie weit wir ins Minus laufen können bei jedem Trade. Natürlich ist das nicht unser Ziel, doch wir müssen uns absolut im Klaren sein wo die Risiken liegen und wie hoch diese sind um dauerhaft erfolgreich zu Traden. Die Kurse laufen immer rauf und runter und so kann es durchaus mal sein, dass die Kurse ohne ersichtlichen Grund in die falsche Richtung laufen.

Bei 10 Trades pro 1.000€ Eigenkapital mit einer Größe von 1€ pro 1.000€ und einem Kursverlust von 10% sind wir mit 45€ ins Minus gelaufen. Klingt nicht viel, sind aber 4,5% von unserem Eigenkapital. Jetzt möchte ich Ihnen klar machen, dass wir nicht 45€ betrachten sollten, sondern uns auf die Prozente konzentrieren sollten. 4,5% ins Minus gelaufen ist noch lange nicht gefährlich und auch ganz normal. Trotzdem ist das ganz entscheidend für uns, uns immer die Prozente anzuschauen.

Warum sind für uns die Prozente so entscheidend?

Zum einen bekommen wir ein besseres Gefühl für unser Konto und zum anderen vermeiden wir den am häufigsten gemachten Fehler beim Traden. Traden wir z.B. mit 1.000€ und laufen mal mit 100€ ins Minus, so passiert es uns schnell, dass wir denken ach 100€ ist doch nicht viel und da ist noch sehr viel Platz. Doch haben wir 10 Trades offen und alle gehen noch mal etwas runter im Kurs werden daraus sehr schnell mehr. 10% Minus klingt schon viel mehr und das brauchen wir um das Risiko richtig einschätzen zu lernen und damit den Fehler zu vermeiden zu viel in Trades zu investieren oder zu viele Trades gleichzeitig zu öffnen.

Traden besteht zum größten Teil aus warten. Warten auf den richtigen Moment, warten auf das ins Plus laufen unserer Trades und wieder warten auf den richtigen Moment usw.

Schauen wir uns mal an, was rauskommt wenn wir wöchentlich 2% oder auch 3% Rendite erzielen. Auch dazu habe ich Ihnen eine Excel Tabelle erstellt „Gewinnchance – Trading Strategie“. Geben Sie dort mal ein Startkapital in Höhe von 1.000€ an und 2% Rendite wöchentlich. Da kommt nach 5 Jahren schon ein hübsches Sümmchen zusammen.

Geduld ist einer der wichtigsten Grundlagen beim Traden. Nur der Geduldige hält das Risiko entsprechend gering und erhöht damit seine Chance dauerhaft zu den Gewinnern und Tradern zu gehören. Jeder der das Risiko aus den Augen verliert, wird früher oder später zum Zocker und Zocker verlieren immer.

Ich wiederhole mich gern nochmal, immer die Prozente betrachten und glauben Sie mir 2% Rendite die Woche ist schon sehr viel. Schauen Sie doch mal bei welcher Anlage Sie soviel Rendite erzielen können.

Immer die Prozente in den Fokus setzen.

  1. Die Liquidität im Konto

Jedes Tradingkonto ist vom Anbieter in der Regel mit einer Sicherung ihres Kapitals versehen und oft ist es der Fall, dass alle Trades automatisch geschlossen werden wenn das Konto auf eine Liquidität von 25% gesunken ist.

Bei ayondo sehen Sie Ihre Liquidität ganz oben rechts:

Der-Handel-mit-Indizes-Kapitel-2-Liqudität
  1. Die Liquiditätsregel

Was tun wir wenn unser Konto mal zu weit ins Minus gelaufen ist?

Hier sehen wir ein Beispiel was passieren kann. Am 15.01.2015 hat die Schweizer Leitbank sich entschlossen den Schweizer Franken vom Euro zu lösen und das Ergebnis sehen wir im Chart.

Der-Handel-mit-Indizes-Kapitel-2-Chart

Haben wir uns an die Regel nie mehr als 1€ pro 1.000€ in einen Trade zu investieren gehalten, dann ist uns auch an diesem Tag nichts passiert. Ich war an diesem Tag im SMI investiert und mein Konto ist lediglich auf eine Liquidität von 60% gesunken. Ich brauchte also nur ca. 2 Wochen zu warten um wieder weiter arbeiten zu können. Da dies immer passieren kann, ist es sehr wichtig sich an diese Regel zu halten. Bei einem Trade von 10€ pro 1.000€ Eigenkapital wäre mein Konto auf Null gefallen und alles Kapital weg. Es ist also viel zu Riskant eine Tradegröße von 1% des Eigenkapitals zu setzen. Leider wird das sehr oft im Internet so empfohlen und das führt fast immer zum Totalverlust, man ist dadurch viel zu abhängig von der täglichen Kursentwicklung. Wir gehen aber nur auf die soweit als möglich sichere Seite der Langzeitentwicklung der Kurse und solche Situationen lassen uns weitgehend kalt oder Bewegen uns eher noch zum Nachkaufen. Jetzt aber zurück zur Liquiditätsregel.

Welchen Trade schließen wir, wenn unser Konto mal zu weit ins Minus gelaufen ist oder die Liquidität zu weit gesunken ist. Dazu schauen wir uns mal wieder die mathematische Seite an.

Angenommen wir haben ein Konto mit 100€ Guthaben. Einen Trade der uns mit 9€ ins Minus gelaufen ist und einen weiteren der mit 1€ im Minus steht. Also unsere Liquidität ist auf 90% gesunken. Schießen wir beide Trades geht unser Konto auf 90€ runter aber unsere Liquidität steigt wieder auf 100%. Sie ahnen es sicher schon, ja wir schließen den Trade mit 9€ Minus, den anderen können wir noch offen lassen und dort haben wir die Chance den Verlust wieder auszugleichen.

Die Liquiditätsregel besagt, wir schließen immer den Trade mit dem größten Punktverlust. Falls wir einmal Angst bekommen sollten oder die Situation an der Börse falsch eingeschätzt haben bzw. radikal verändert hat.

Jörg Kunkel

- Ich beschäftige mich seit vielen Jahren nun mit dem Thema Börse. Es gibt viele Kurstreiber. Manche sind kurzfristig und andere wieder langfristig. Um wirklich Erfolg an der Börse zu haben muss man sich damit auseinandersetzen, um langfristig mit Erfolg zu arbeiten.

More Posts - Website

Follow Me:
TwitterFacebookGoogle Plus


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *