{"id":371,"date":"2016-01-05T08:18:06","date_gmt":"2016-01-05T07:18:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.die-erfolgs-strategie.de\/trading-strategie\/?p=371"},"modified":"2016-01-05T08:18:40","modified_gmt":"2016-01-05T07:18:40","slug":"chartanalyse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-erfolgs-strategie.de\/trading-strategie\/chartanalyse\/chartanalyse\/","title":{"rendered":"Chartanalyse"},"content":{"rendered":"<p>Die <strong>Technische Analyse<\/strong> (auch <strong>Chart-Analyse<\/strong>) ist eine Form der Finanzanalyse. Sie versucht aus der Kurs- und Umsatzhistorie des Basiswerts, g\u00fcnstige Kauf- bzw. Verkaufszeitpunkte zu ermitteln, d.\u00a0h. die Kursentwicklung \u2013 oder zumindest deren Eintrittswahrscheinlichkeit \u2013 vorherzusagen.<\/p>\n<p>Sowohl die technische, als auch die fundamentale Analyse stehen im Widerspruch zur Effizienzmarkthypothese, nach der es mit keiner der beiden Methoden m\u00f6glich sei, systematisch besser abzuschneiden als der jeweilige Markt.<\/p>\n<h4><strong>Allgemein<\/strong><\/h4>\n<p>Die technische Analyse ber\u00fccksichtigt ausschlie\u00dflich die Kurshistorie und ggf. das Handelsvolumen der Basiswerte. Im Gegensatz zur Fundamentalanalyse werden betriebswirtschaftliche Daten des Unternehmens oder das volkswirtschaftliche Umfeld (z.\u00a0B. volkswirtschaftliche Indikatoren) nicht miteinbezogen.<\/p>\n<p>Das fundamentale Axiom der technischen Analyse ist, dass s\u00e4mtliche entscheidungsrelevanten Informationen \u00fcber Vergangenheit und Zukunft bereits im Kursverlauf enthalten sind und Prognosen voraussichtlicher Kursentwicklungen erm\u00f6glichen. Das setzt voraus, dass die Kapitalm\u00e4rkte nicht effizient sind, denn andernfalls w\u00e4re es nicht m\u00f6glich, durch Analyse des Kursverlaufs diesen selbst zu prognostizieren und zu arbitrieren. Daher muss Informationsdiffusion im Markt vorliegen, d.\u00a0h. kursrelevante Informationen d\u00fcrfen nur mit Zeitverzug eingepreist werden.<\/p>\n<p>Allen Chart-technischen Analysemodellen ist die Annahme gemeinsam, dass es wiederkehrende, beobachtbare Ereignisse mit jeweils \u00e4hnlichen, wahrscheinlichen Zukunftsverl\u00e4ufen gibt. So k\u00f6nnen \u2013 je nachdem, welcher Disziplin ein Chart-Analytiker folgt \u2013 bestimmte geometrische Muster oder rein statistische, quantitative Indikatoren als \u201eRichtungsanzeiger\u201c verwendet werden.<\/p>\n<p>Der Berufsverband der Technischen Analysten in Deutschland ist die Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands.<\/p>\n<h4><strong>Geschichte<\/strong><\/h4>\n<p>In der westlichen Welt gilt der US-Amerikaner Charles Dow (der Entwickler des nach ihm benannten Dow Jones Index) als Begr\u00fcnder der technischen Analyse. Er publizierte seine Dow Theory \u00fcber die Chartanalyse in einer Reihe von Artikeln im Wall Street Journal ab 1884. Dow erhob dabei nie den Anspruch, eine wissenschaftliche Theorie entwickelt zu haben, die dazu geeignet w\u00e4re, k\u00fcnftige Preise einzelner Aktien vorherzusehen. Er betrachtete seine Erkenntnisse vielmehr als Handwerkszeug f\u00fcr Analysten, um generelle Markttrends besser definieren zu k\u00f6nnen. Dow geht davon aus, dass Finanzm\u00e4rkte sich zyklisch verhalten und in kurz-, mittel- und langfristigen Wellen verlaufen.<\/p>\n<p>Der US-Mathematiker Ralph Nelson Elliott baute in den 1930er und 40er Jahren auf den Erkenntnissen von Charles Dow auf und begr\u00fcndete die Theorie der Elliott-Wellen. Sein Modell beschreibt ebenfalls Trendzyklen, die aber sehr viel st\u00e4rker mathematisch definiert sind als in der Dow-Theorie.<\/p>\n<p>Richard Schabacker, einer der einflussreichsten Finanzjournalisten seiner Zeit, ver\u00f6ffentlichte in seinem 1932 erstmals erschienenen Buch \u201eTechnical Analysis and Stock Market Profits: A Course in Forecasting\u201c die heute noch g\u00fcltige Zusammenfassung der Grundlagen der auf geometrischen Mustern basierenden Chartanalyse.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise marktbeeinflussend wurden die rein quantitativen Analysemodelle der Charttechnik aber erst mit der breiten Verf\u00fcgbarkeit der Computertechnik. Seit den 1980er Jahren sind technische Handelsmodelle in Realzeit berechenbar und werden zum Handeln gewaltiger Investitionssummen auf internationalen Finanzm\u00e4rkten angewandt.<\/p>\n<h4><strong>Kritik<\/strong><\/h4>\n<p>Ob man mit Hilfe der technischen Analyse tats\u00e4chlich Aussagen \u00fcber den weiteren Kursverlauf eines Wertpapiers machen kann, ist wissenschaftlich nicht erwiesen und umstritten. Vertreter der klassischen Finanzmarkttheorien (Effizienzmarkthypothese, Random Walk) stehen etwa in krassem Gegensatz dazu. Quantitative Studien, die sich seit den 1980er Jahren mit der Aussagekraft unterschiedlicher technischer Prognosemodelle besch\u00e4ftigen sind selten und ergeben kein klares Bild f\u00fcr oder gegen die Annahme, dass technische Analysemodelle eine bessere M\u00f6glichkeit zur Antizipation von Marktentwicklungen bieten w\u00fcrden, als der reine Zufall erwarten lie\u00dfe.<\/p>\n<p>Ein Argument f\u00fcr die Einbeziehung der Charttechnik in die Kursanalyse ist die weite Verbreitung und die Popularisierung \u00fcber Anlegermagazine. Allein dadurch, dass aus dem Glauben an die Chartanalyse heraus viel Kapital bewegt wird, entsteht das aus der Psychologie bekannte Ph\u00e4nomen der selbsterf\u00fcllenden Prophezeiung, welches eine aussagekr\u00e4ftige statistische Validit\u00e4tsuntersuchung erschwert. Aus dem Glauben an ein Eintreffen der erwarteten Kursbewegungen heraus werden dann Aktionen (In diesem Fall entsprechende Limitorders, Stop-Buy- und Stop-Loss-Orders) ausgef\u00fchrt, die in der Masse dann selbst die eigentliche Ursache f\u00fcr das tats\u00e4chliche Stattfinden dieser Kursbewegungen sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In letzter Konsequenz ist zumindest als strittig zu sehen, ob, wie es die technische Analyse impliziert, Kursbewegungen inh\u00e4rente wiederkehrende Mechanismen zugrunde liegen, aus denen zuk\u00fcnftige Entwicklungen mit hinreichender Bestimmtheit abgeleitet werden k\u00f6nnen. So k\u00f6nnen zum Beispiel je nach Beobachtungszeitpunkt bestimmte Chartverl\u00e4ufe sowohl als Anzeichen f\u00fcr eine Trendbest\u00e4tigung als auch als ein Signal f\u00fcr eine beginnende Trendumkehr gedeutet werden.<\/p>\n<h3><strong>Charts<\/strong><\/h3>\n<h4><strong>Allgemein<\/strong><\/h4>\n<p>Ein <em>Chart<\/em> ist ein Diagramm, das den Kursverlauf eines Basiswerts darstellt. Typischerweise wird die Zeit auf die horizontale X-Achse und der Preis auf die vertikale Y-Achse linear abgetragen. Um Preisbewegungen verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfiger darzustellen, kann \u2013 gerade bei l\u00e4ngerfristigen Zeitr\u00e4umen \u2013 die Preis-Achse logarithmisch skaliert werden. Die beiden Zeitparameter des Charts sind der Betrachtungszeitraum und die Gr\u00f6\u00dfe der einzelnen Zeitintervalle. Meist w\u00e4hlt man die Zeitintervalle umso gr\u00f6\u00dfer, je gr\u00f6\u00dfer auch der gesamt betrachtete Zeitraum ist \u2013 und umgekehrt.<\/p>\n<p>In der Regel verwendet man die folgenden drei bzw. vier Darstellungsvarianten f\u00fcr Charts.<\/p>\n<h4><strong>Balken-Chart<\/strong><\/h4>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-373\" src=\"http:\/\/www.die-erfolgs-strategie.de\/trading-strategie\/files\/Chartanalyse-Balken-Chart.jpg\" alt=\"Chartanalyse-Balken-Chart\" width=\"600\" height=\"378\" srcset=\"https:\/\/www.die-erfolgs-strategie.de\/trading-strategie\/files\/Chartanalyse-Balken-Chart.jpg 600w, https:\/\/www.die-erfolgs-strategie.de\/trading-strategie\/files\/Chartanalyse-Balken-Chart-300x189.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/>\n<p>In Balkencharts (auch <strong>OHLC<\/strong> f\u00fcr <em>open, high, low, close<\/em>) wird jedes Intervall als eine senkrechte Linie dargestellt, die vom tiefsten zum h\u00f6chsten Kurs innerhalb des Intervalls reicht. Der Er\u00f6ffnungskurs wird als ein waagerechter Strich auf der linken Seite repr\u00e4sentiert und der Schlusskurs als waagerechet Strich auf der rechten Seite.<\/p>\n<h4><strong>Linien-Chart<\/strong><\/h4>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-374\" src=\"http:\/\/www.die-erfolgs-strategie.de\/trading-strategie\/files\/Chartanalyse-Linien-Chart.jpg\" alt=\"Chartanalyse-Linien-Chart\" width=\"600\" height=\"378\" srcset=\"https:\/\/www.die-erfolgs-strategie.de\/trading-strategie\/files\/Chartanalyse-Linien-Chart.jpg 600w, https:\/\/www.die-erfolgs-strategie.de\/trading-strategie\/files\/Chartanalyse-Linien-Chart-300x189.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/>\n<p>Bei Liniencharts werden nur die Schlusskurse der jeweiligen Intervalle dargestellt und durch eine Linie verbunden. Durch das Fehlen von Hoch- und Tiefkurs sind die Kursschwankungen innerhalb eines Intervalls nicht ersichtlich, das Diagramm enth\u00e4lt dadurch weniger Information, als die anderen Darstellungstypen. Manche Charts k\u00f6nnen auch nur als Linienchart dargestellt werden, z.\u00a0B. Intraday-Charts, die jeden Tick (d.\u00a0h. jedes einzelne Gesch\u00e4ft) als eigenen Wert darstellen. Tick-Charts haben eine nichtlineare Zeitachse, weil sich pro Zeiteinheit unterschiedlich viele Ticks ergeben, je nachdem wie oft ein Wertpapier in der jeweilen Zeiteinheit gehandelt wird.<\/p>\n<h4><strong>Candlestick-Chart (Kerzenchart)<\/strong><\/h4>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-375\" src=\"http:\/\/www.die-erfolgs-strategie.de\/trading-strategie\/files\/Chartanalyse-Candle-Stick-Chart.jpg\" alt=\"Chartanalyse-Candle-Stick-Chart\" width=\"600\" height=\"378\" srcset=\"https:\/\/www.die-erfolgs-strategie.de\/trading-strategie\/files\/Chartanalyse-Candle-Stick-Chart.jpg 600w, https:\/\/www.die-erfolgs-strategie.de\/trading-strategie\/files\/Chartanalyse-Candle-Stick-Chart-300x189.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/>\n<p><em>Candlestick-Charts<\/em> sind eine Abwandlung der Balkencharts, in denen kleinere Trends leichter erkennbar sind. Der japanische Reish\u00e4ndler <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Munehisa_Homma\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Munehisa Homma<\/a> (\u201eGott der M\u00e4rkte\u201c, geb. 1724) war der Erste, der aus einer langj\u00e4hrigen Aufzeichnung der Preise an der japanischen Reisb\u00f6rse die Darstellungsform der Kerzencharts entwickelte und die Analyse der Kerzencharts f\u00fcr die Prognose der Preisentwicklung f\u00fcr den Reis nutzte. Die Spanne zwischen Er\u00f6ffnungs- und Schlusskurs wird als kleines Rechteck (K\u00f6rper) dargestellt. Dieses ist wei\u00df (hohl) oder gr\u00fcn, wenn der Schlusskurs \u00fcber dem Er\u00f6ffnungskurs liegt bzw. schwarz oder rot, wenn der Schlusskurs darunter liegt. \u00dcber diesem Rechteck befindet sich ein Strich bis zum Hoch des Intervalls (der sog. <em>Docht<\/em> oder <em>oberer Schatten<\/em>). Vom unteren Rand des Rechtecks bis zum Tief wird ebenfalls ein Strich gezeichnet (die sog. <em>Lunte<\/em> oder <em>unterer Schatten<\/em>). Dadurch hat diese Darstellungsform eine gewisse \u00c4hnlichkeit mit einer Kerze.<\/p>\n<h4>Fl\u00e4chen-Chart<\/h4>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-376\" src=\"http:\/\/www.die-erfolgs-strategie.de\/trading-strategie\/files\/Chartanalyse-Fl\u00e4chen-Chart.jpg\" alt=\"Chartanalyse-Fl\u00e4chen-Chart\" width=\"600\" height=\"378\" srcset=\"https:\/\/www.die-erfolgs-strategie.de\/trading-strategie\/files\/Chartanalyse-Fl\u00e4chen-Chart.jpg 600w, https:\/\/www.die-erfolgs-strategie.de\/trading-strategie\/files\/Chartanalyse-Fl\u00e4chen-Chart-300x189.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/>\n<p>Beim Fl\u00e4chenchart ist die Einteilung genau gleich wie beim Linienchart, mit dem einen Unterschied, dass die Fl\u00e4che noch farblich hervorgehoben wurde. Beim Kursverlauf ist noch ein etwas weicherer Verlauf zu erkennen.<\/p>\n<h3><strong>Chartmuster<\/strong><\/h3>\n<p>Es existiert in der Chartanalyse eine Vielzahl von Mustern, deren Bedeutungen sich teils auch widersprechen.<\/p>\n<h4><strong>Gaps<\/strong><\/h4>\n<p>Ein <em>Gap<\/em> (englisch; auf deutsch: <em>L\u00fccke<\/em>) ist eine L\u00fccke im Chart, die durch einen Kurssprung zwischen zwei aufeinanderfolgenden Zeitintervallen verursacht wurde. Hierbei liegt der Tiefpunkt des folgenden Abschnitts h\u00f6her als das Hoch des vorherigen (Gap nach oben) bzw. das Hoch des aktuellen Abschnitts niedriger als das Tief des vorherigen (Gap nach unten). Gaps sind besonders in Balkencharts sehr deutlich zu erkennen.<\/p>\n<ul>\n<li>Als <em>Gew\u00f6hnliche Gaps<\/em> oder <em>Common Gap<\/em> werden kleinere Kursspr\u00fcnge innerhalb der Bewegung bezeichnet.<\/li>\n<li>Als <em>Ausbruchsgap<\/em> oder <em>Breakaway Gap<\/em> wird ein gr\u00f6\u00dferer Kurssprung bezeichnet, der ein neues Hoch oder Tief markiert.<\/li>\n<li>Als <em>Runaway Gap<\/em> werden ein oder mehrere Kursspr\u00fcnge hintereinander in Richtung des Trends bezeichnet.<\/li>\n<li>Als <em>Exhaustion Gap<\/em> wird eine Kursl\u00fccke bezeichnet, die nach einer Kursbewegung den Endpunkt bildet. Sie kann zu Beginn nicht von einem Runaway Gap unterschieden werden, es bilden sich jedoch nachfolgend keine neuen Hochs bzw. Tiefs aus.<\/li>\n<\/ul>\n<h4><strong>Spike<\/strong><\/h4>\n<p>Ein <em>Spike<\/em> ist eine Kursformation, bei der sich im Gegensatz zu dem vorherigen und folgenden Tag ein deutliches Hoch bzw. ein deutliches Tief gebildet hat und der Schlusskurs sich am anderen Ende der bisherigen Bewegung befindet, und dadurch in einem Balkenchart einer Speerspitze gleicht. Es wird hierbei angenommen, dass ein solcher Spike den H\u00f6hepunkt des aktuellen Kauf- bzw. Verkaufdrucks kennzeichnet und es aus diesem Grund zu einer Trendumkehr kommt. Diese sollte von deutlich erh\u00f6htem Volumen unterst\u00fctzt werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass einem Spike eine hohe Bedeutung zukommt, steigt, je st\u00e4rker dieser aus der aktuellen Chartentwicklung hervorsticht.<\/p>\n<h4><strong>Trendlinien und Trendkan\u00e4le<\/strong><\/h4>\n<p>Um Trends zu ermitteln, werden sog. Trendlinien an lokale Extrema eines Charts eingezeichnet. Eine Aufw\u00e4rts-Trendlinie wird an mindestens zwei nicht zu eng benachbarte lokale Minima eines Aufw\u00e4rtstrends gezeichnet. Eine Abw\u00e4rts-Trendlinie wird an mindestens zwei nicht zu eng benachbarte lokale Maxima eines Abw\u00e4rtstrends gezeichnet.<\/p>\n<p>Trendkan\u00e4le erh\u00e4lt man, falls man jeweils zwei m\u00f6glichst parallel gef\u00fchrte Linien in unterschiedlichen Abst\u00e4nden zueinander im Chart einzeichnet. Ein enger Trendkanal umfasst kurzfristige Kursschwankungen, ein breiter Trendkanal umfasst l\u00e4ngere Kurszyklen.<\/p>\n<p>Trends k\u00f6nnen \u00fcber lange Zeitr\u00e4ume stabil verlaufen, aber es sind oft innerhalb dieses Trendkanals kurzfristige, durchaus auch gegenl\u00e4ufige Trends vorhanden. Findet man bei einem stabilen, langfristigen Aufw\u00e4rtstrend dann einen kurzzeitigen Abw\u00e4rtstrend, der an der unteren Grenze, wie erwartet, wieder umdreht, ergibt das einen potentiell gut geeigneten Einstiegszeitpunkt. Ebenso kann ein Marktteilnehmer die Ann\u00e4herung an die obere Trendkanalgrenze als m\u00f6glichen Ausstiegszeitpunkt deuten.<\/p>\n<p>Bei Trendlinien und Trendkan\u00e4len ist allerdings zu beachten, dass sie verl\u00e4sslich mehr oder weniger erst im Nachhinein gezeichnet werden k\u00f6nnen. Trendlinien f\u00fcr aktuelle Trends sind h\u00e4ufig neu zu zeichnen, da es m\u00f6glich ist, dass eine Bewegung falsch eingesch\u00e4tzt wird. Es gibt unterschiedliche Meinungen dar\u00fcber, wie viele Hochs bzw. Tiefs ben\u00f6tigt werden, um eine m\u00f6glichst nutzbare Trendlinie zu zeichnen.<\/p>\n<p>Es existiert auch die Vorgehensweise der <em>internen Trendlinien<\/em>, bei denen nicht die h\u00f6chsten Hochs oder die tiefsten Tiefs miteinander verbunden werden sollen, sondern m\u00f6glichst viele Punkte, bei denen extreme Kursspitzen nicht ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<h4><strong>Weitere Muster<\/strong><\/h4>\n<p>Die folgenden Muster sollen eine Trendumkehr signalisieren:<\/p>\n<ul>\n<li>Doppelhoch bzw. -tief,<\/li>\n<li>Dreifachhoch bzw. -tief,<\/li>\n<li>(umgekehrte) Untertasse,<\/li>\n<li>Schulter-Kopf-Schulter,<\/li>\n<li>Dreieck.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die folgenden Muster sollen eine Fortsetzung des Trends signalisieren:<\/p>\n<ul>\n<li>Rechteck<\/li>\n<li>Dreiecke und Keile<\/li>\n<li>Flaggen und Wimpel<\/li>\n<\/ul>\n<h3><strong>Technische Indikatoren<\/strong><\/h3>\n<p>Ein <strong>technischer Indikator<\/strong> dient zur alternativen Darstellung des Kursverlaufs eines Basiswerts. Er wird verwendet, um Kursverl\u00e4ufe zu quantifizieren und diese hinsichtlich bestimmter Eigenschaften auf die daf\u00fcr relevanten Informationen zu reduzieren.<\/p>\n<p>Technische Indikatoren stellen im Grunde <em>Timingindikatoren<\/em> dar, denn sie sollen den Zeitpunkt einer Kaufs- oder Verkaufsentscheidung bestimmen oder zumindest Aufschluss \u00fcber den Zustand eines Wertes geben (z.\u00a0B. ob ein Trend vorliegt). Im Gegensatz zu volkswirtschaftlichen Indikatoren basieren technische Indikatoren nicht auf externen Daten, sondern ausschlie\u00dflich Preis- und ggf. noch Volumendaten.<\/p>\n<p>Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen sogenannten trendfolgenden Indikatoren und Oszillatoren.<\/p>\n<h4><strong>Trendfolgende Indikatoren<\/strong><\/h4>\n<p>Trendfolgende Indikatoren sollen anzeigen, ob sich ein Wertpapier gerade in einem Auf- oder Abw\u00e4rtstrend befindet. Wie der Name bereits sagt, <em>folgen<\/em> diese Indikatoren einem Trend, d. h. sie reagieren stets verz\u00f6gert auf die Kursentwicklung. Oft wird ein Trend erst angezeigt, wenn dieser bereits ein St\u00fcck vorangeschritten ist und auch das Ende bzw. die Trendumkehr wird verz\u00f6gert signalisiert. Weiterhin liefern sie auch keine Prognose f\u00fcr den zuk\u00fcnftigen Kursverlauf.<\/p>\n<h4>MACD<\/h4>\n<p>Einer der popul\u00e4rsten Trendfolge Indikator ist der sogenannte MACD. Er zeigt an, ob ein Aufw\u00e4rts- oder Abw\u00e4rtstrend besteht und liefert Signale, wenn sich ein Trend etabliert hat. Die trendgerichtete Ausbildung immer neuer Extremwerte bei den Kursen, die sich im Indikator nicht mehr widerspiegeln (Divergenz genannt), soll die Abschw\u00e4chung eines Trends andeuten.<\/p>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-378\" src=\"http:\/\/www.die-erfolgs-strategie.de\/trading-strategie\/files\/Chartanalyse-Trentfolgeindikatoren-MACD.jpg\" alt=\"Chartanalyse-Trentfolgeindikatoren-MACD\" width=\"600\" height=\"378\" srcset=\"https:\/\/www.die-erfolgs-strategie.de\/trading-strategie\/files\/Chartanalyse-Trentfolgeindikatoren-MACD.jpg 600w, https:\/\/www.die-erfolgs-strategie.de\/trading-strategie\/files\/Chartanalyse-Trentfolgeindikatoren-MACD-300x189.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Gleitender Durchschnitt<\/h4>\n<p>Ein weiterer popul\u00e4rer trendfolgender Indikator ist der gleitende Durchschnitt (<em>GD<\/em> oder englisch <em>MA<\/em> abgek\u00fcrzt). Der <em>GD-38<\/em> besteht beispielsweise aus dem Mittelwert der letzten 38 Kurse. Befindet sich eine Aktie nun in einem Aufw\u00e4rtstrend, steigt der gleitende Durchschnitt ebenfalls. Aktienkurse unterliegen gewissen Schwankungen, wodurch es schwer sein kann den aktuellen Trend zu erkennen. Der gleitende Durchschnitt stellt eine Gl\u00e4ttung des bisherigen Kursverlaufs dar und erm\u00f6glicht es, den vorherrschenden Trend leichter abzulesen.<\/p>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-380\" src=\"http:\/\/www.die-erfolgs-strategie.de\/trading-strategie\/files\/Chartanalyse-Trentfolgeindikatoren-gleitender-Durchschnitt.jpg\" alt=\"Chartanalyse-Trentfolgeindikatoren-gleitender-Durchschnitt\" width=\"600\" height=\"378\" srcset=\"https:\/\/www.die-erfolgs-strategie.de\/trading-strategie\/files\/Chartanalyse-Trentfolgeindikatoren-gleitender-Durchschnitt.jpg 600w, https:\/\/www.die-erfolgs-strategie.de\/trading-strategie\/files\/Chartanalyse-Trentfolgeindikatoren-gleitender-Durchschnitt-300x189.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/>\n<p>In Phasen in denen kein eindeutig vorherrschender Trend existiert (z.\u00a0B. in einer Seitw\u00e4rtsbewegung) liefern trendfolgende Indikatoren h\u00e4ufige Fehlsignale.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zu Trendfolgeindikatoren existieren Trendst\u00e4rkeindikatoren. Der ADX ist hierbei einer der bekanntesten. Er zeigt ausschlie\u00dflich an, ob ein Trend vorliegt oder nicht. Die Trendrichtung muss anderweitig bestimmt werden.<\/p>\n<h4><strong>Oszillatoren<\/strong><\/h4>\n<p>Oszillatoren sollen m\u00f6gliche Wendepunkte im Kursverlauf antizipieren oder lediglich best\u00e4tigen, sie stellen somit den Gegenpart zu den trendfolgenden Indikatoren dar.<\/p>\n<p>Bei Oszillatoren spricht man mitunter von <em>\u00fcberkauft<\/em> und <em>\u00fcberverkauft<\/em>. Hiermit ist gemeint, dass der Indikator sich am oberen (\u00fcberkauft) bzw. unteren (\u00fcberverkauft) Wertebereich befindet.<\/p>\n<h3><strong>Liste von technischen Indikatoren<\/strong><\/h3>\n<h4><strong>Preisbasiert:<\/strong><\/h4>\n<ul>\n<li>MACD (Moving Average Konvergenz\/Divergenz Indikator)<\/li>\n<li>Gleitender Durchschnitt<\/li>\n<li>Average Directional Movement Index (ADX)<\/li>\n<li>Advance Decline Line<\/li>\n<li>Momentum<\/li>\n<li>Parabolic Stop and Reversal System, auch Parabolic SAR<\/li>\n<li>Relative Strength Index (RSI)<\/li>\n<li>Keltner-Kanal<\/li>\n<li>Stochastik<\/li>\n<li>Williams %R<\/li>\n<li>Stochastik (Indikator)<\/li>\n<li>Williams %R (PCR)<\/li>\n<li>DSS Bressert<\/li>\n<\/ul>\n<h4><strong>Volumenbasiert:<\/strong><\/h4>\n<ul>\n<li>Put-Call-Ratio<\/li>\n<li>On-balance volume<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Overlays:<\/strong> Overlays (englisch; auf deutsch <em>\u00dcberlagerungen<\/em>) nennt man Indikatoren, die im Preisfenster des Charts (z.\u00a0B. in Form von Linien) \u00fcber die Preise gelegt werden.<\/p>\n<ul>\n<li>Bollinger-B\u00e4nder<\/li>\n<li>Der Ichimoku-Kinko-Hyo ist eine Kombination aus mehreren technischen Indikatoren und stellt im Grunde bereits ein Handelssystem dar.<\/li>\n<li>Donchian Channel<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Technische Analyse (auch Chart-Analyse) ist eine Form der Finanzanalyse. 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